home / Laufen Sie herum

Laufen Sie herum

Worms

Worms (Deutsch: [vЙ”КЃms]) ist eine Stadt in Rheinland-Pfalz, Deutschland, am Oberrhein etwa 60 Kilometer (40 Meilen) süd-südwestlich von Frankfurt am Main.
Die Stadt hatte ab 2013 rund 80.000 Einwohner.
Gegründet in vorrömischer Zeit, war Worms im frühen 5. Jahrhundert die Hauptstadt des Königreichs der Burgunden und damit die Szene der mittelalterlichen Legenden in diesem Zeitraum, insbesondere der erste Teil des Nibelungenliedes.

Worms ist seit mindestens 614 ein römisch-katholisches Bistum gewesen und war wichtiges Palatinat  Karls des Großen. Wormser Dom ist einer der Kaiserdome und eines der besten Beispiele der romanischen Architektur in Deutschland.
Worms blühte im Hochmittelalter als freie Reichsstadt empor.
Unter den mehr als hundert Reichstagen, die in Worms stattfanden, endete der Reichstag im 1521 (gemeinhin als der Reichstag zu Worms bekannt) mit dem Wormser Edikt, in dem Martin Luther zum Ketzer erklärt wurde
.
Heute ist die Stadt ein Industriezentrum und wird als Ursprungsort des Weines Liebfrauenmilch berühmt.
Andere Industriezweige sind Chemie und Metallindustrie.

 

Name

Worms 'Name ist keltischen Ursprungs: Borbetomagus bedeutete " Siedlung in wasserreicher Gegend". Dies wurde schließlich in den lateinischen Namen Warmatia umgewandelt, im Gebrauch seit dem 6. Jahrhundert, die in der mittelalterlichen hebräischen Form Vermayze (Ч•ЧЁЧћЧ™Ч™Ч–Чђ) und der zeitgenössischen polnischen Form Wormacja aufbewahrt wurde.
Nach der Tradition leitet sich der Name daraus ab, wenn der legendäre Held Siegfried einen Lindwurm (Drachen) in der Nähe der Stadt tötete, wie es sich im Nibelungenlied erzählt.

Jüdischer Friedhof "Heiliger Sand"
Heylshof-Garten
Weinberge

 

Erdkunde

Geographische Lage
Worms liegt am Westufer des Rheins zwischen den Städten Ludwigshafen und Mainz. Im nördlichen Stadtgebiet mündet die Pfrimm in den Rhein, und im südlichen Stadtteil mündet der Eisbach (Englisch "Ice Stream"), in den Rhein.

Stadtbezirke
Worms hat 13 Bezirke (oder "Stadtviertel") um das Stadtzentrum herum. Sie sind wie folgt:

Name Einwohnerzahl  Richtung und Entfernung vom Stadtzentrum
Abenheim  2,744     Nordwest (10 km)
Heppen 2,073     Südwest (9 km)
Herrnsheim 6,368     Nord (5 km)
Hochheim 3,823     Nordwest
Horchheim 4,770     Südwest (4,5 km)
Ibersheim 692 Nord (13 km)
Leiselheim 1,983     West (4 km)
Neuhausen 10,633     Nord
Pfeddersheim 7,414     West (7 km)
Pfiffligheim  3,668     West
Rheindürkheim 3,021     Nord (8 km)
Weinsheim 2,800     Südwest (4 km)
Wiesoppenheim 1,796     Südwest (5,5 km)

Klima
Das Klima im Rheintal ist sehr gemäßigt im Winter und sehr angenehm im Sommer. Die Niederschläge sind unter dem Durchschnitt für die Umgebung. Schneeansammlung im Winter ist sehr gering und oft schmilzt schnell.

 

Geschichte

Kirche St. Martin

Antike
Die Stadt bestand seit der vorrömischen Zeit, als sie von den Römern unter der Herrschaft von Drusus in 14 v.Chr. eingenommen und befestigt wurde.
Von dieser Zeit an wurde ein kleiner Trupp von Infanterie und Kavallerie in Augusta Vangionum in Garnison gelegen; Dies gab der Siedlung seinen romanisierten, aber ursprünglich keltischen Namen Borbetomagus.
Die Garnison entwickelte sich zu einer kleinen Stadt mit dem regulären römischen Straßennetz, einem Forum, und Tempel für die wichtigsten Götter Jupiter, Juno, Minerva (dessen Tempel der Ort der späteren Kathedrale war) und Mars.
Römische Inschriften, Altären und Votivgaben können samt einer der größten europäischen Sammlungen von römischem Glas in dem archäologischen Museum gesehen werden. Lokale Töpfer arbeiteten im südlichen Wohnviertel der Stadt. Fragmente von Amphoren enthalten Spuren vom Olivenöl aus Spanien Baetica, transportiert ohne Zweifel auf dem Seeweg und dann auf dem Rhein mit dem Schiff.
Während der Unruhen von 411-13 A.D. siedelte sich der römische Usurpator Jovinus in Borbetomagus als „Marionetten-Imperator“ mit Hilfe vom König Gunther der Burgunder an, der sich vor einigen Jahren in der Gegend zwischen dem Rhein und der Mosel angesiedelt hatte.
Die Stadt wurde die Hauptstadt des Burgunderreichs unter der Herrschaft Gunthers (auch als Gundicar bekannt). Nur wenige Reste dieses frühen burgundischen Reichs sind erhalten, weil alles, aber durch eine vereinigte Armee von Römern (geleitet von Aëtius) und Hunnen (unter der Leitung von Attila), in 436 zerstört wurde; eine Gürtelschnalle, gefunden in Worms-Abenheim, stellt ein Museumschatz dar. Provoziert durch burgundische Überfälle gegen die römischen Siedlungen zerstörte die vereinigte römmer-hunische Armee in der Schlacht für Worms (436) die burgundische Armee und tötete König Gunther. Man sagt, dass 20.000 getötet wurden. Die Römer führten die Überlebenden nach Süden bis zum römischen Gebiet Sapaudia (heute Savoyen). Die Geschichte dieses Krieges inspiriert später das Nibelungenlied.
 

Mittelalter 

Worms war ein römisch-katholisches Bistum seit mindestens 614, mit frühester Erwähnung in 346. Im Frankenreich war die Stadt den Standort eines wichtigen Palatinats Karls des Großen, der eine seiner vielen administrativen Paläste hier gebaut hat. Die Bischöfe verwalteten die Stadt und ihr Gebiet. Der berühmteste der frühen mittelalterlichen Bischöfe war Burchard von Worms.

Karte von Worms im Jahre 1630. Das Judenviertel ist gelb markiert.

 

Wormser Dom (Worms Cathedral), gewidmet dem St. Peter, ist eines der schönsten Beispiele romanischer Baukunst in Deutschland. Neben den nahe gelegenen romanischen Kathedralen von Speyer und Mainz, ist er einer der sogenannten Kaiserdome (Imperial Cathedrals). Einige Teile im frühen romanischen Baustil existieren aus dem 10. Jahrhundert weoter, indem die meisten Teile aus dem 11. und 12. Jahrhundert sind, mit einigen späteren Ergänzungen im gotischen Stil (zu Bildern siehe externe Links unten).

Vier andere romanischen Kirchen, sowie die romanische Befestigung der Altstadt, sind noch vorhanden, so dass die Stadt in Deutschland an zweiter Stelle in der romanischen Architektur nur nach Köln steht.

Worms blühte im Hochmittelalter empor. Nachdem die Stadt weitreichende Privilegien vom König Heinrich IV. (später Kaiser Heinrich III.) schon im  1074 erhielt, wurde sie später eine freie Reichsstadt, unabhängig von einem lokalen Herrscher und verantwortlich nur vor dem Kaiser des Heiligen Römischen Reiches selbst. Als Ergebnis war Worms der Ort der mehreren wichtigen Ereignisse in der Geschichte des Reiches. Im 1122 wurde das Wormser Konkordat unterzeichnet; im 1495 versammelte sich ein Reichstag hier und machte einen Versuch, die zerfallenden Landgüter des Reichskreises durch die Reichsreform zu reformieren. Am wichtigsten ist, dass der Reichstag im 1521 (gemeinhin als der Reichstag zu Worms bekannt) unter den mehr als hundert Reichstagen, die in Worms stattfanden, mit dem Wormser Edikt endete, in dem Martin Luther zum Ketzer erklärt wurde, nachdem er absagte, seinen religiösen Überzeugungen abzuschwören. Worms war auch der Geburtsort der ersten Bibeln der Reformation -  die beiden Martin Luthers deutschen Bibeln und von 1526 das erste komplette Neue Testament in Englisch von William Tyndale.

 

Die Stadt, bekannt im mittelalterlichen Hebräisch unter dem Namen Varmayza oder Vermaysa (Ч•ЧЁЧћЧ™Ч–Чђ, Ч•ЧЁЧћЧ™Ч©Чђ), war ein Zentrum des mittelalterlichen aschkenasischen Judentums. Die jüdische Gemeinde war im späten 10. Jahrhundert gegründet und die erste Synagoge in Worms wurde in 1034 aufgebaut. In 1096 wurden achthundert Juden durch Kreuzritter und den lokalen Pöbel ermordet. Der jüdische Friedhof in Worms, datierend aus dem 11. Jahrhundert, wird zu dem ältesten erhaltenen in situ Friedhof in Europa gezählt. Die Raschi-Synagoge, die von 1175 datiert und nach ihrer Schändung in der Kristallnacht sorgfältig rekonstruiert wurde, ist die älteste in Deutschland. Zu den prominenten Studenten, Rabbinern und Wissenschaftlern von Worms gehörte Shlomo Yitzhaki (Raschi), der mit R. Jitzchak Halevi SGAN haleviya, Elazar Rokeach, Maharil und Yair Bacharach studierte.

An der rabbinischen Synode in Worms am Anfang des 11. Jahrhunderts verbot Rabbi Gershom ben Juda (Rabbeinu Gershom) die Polygamie ausdrücklich zum ersten Mal. Hundert Jahre lang, bis zur Kristallnacht 1938 war das Judenviertel von Worms das Zentrum des jüdischen Lebens. Heute hat Worms nur eine sehr kleine Gruppe jüdischer Einwohner, und erkennbare jüdische Gemeinschaft existiert als solche nicht mehr. Doch nach Rekonstruktionen in den 1970er und 1980er Jahren, sind viele Gebäude des Viertels in einem originalnahen Zustand erhalten und können als Freilichtmuseum gesehen werden.


Neuzeit

Im Jahre 1689 während der Neunjährigen Krieg, wurde Worms (wie die nahe gelegenen kleinen und großen Städte Heidelberg, Mannheim, Oppenheim, Speyer und Bingen) durch Truppen von König Louis XIV. von Frankreich geplündert, obwohl die Franzosen die Stadt nur für ein paar Wochen hielten. Im Jahre 1743 wurde der Vertrag von Worms unterzeichnet und eine politische Allianz zwischen Großbritannien, Österreich und dem Königreich Sardinien gebildet. Im Jahre 1792 wurde die Stadt von Truppen der Ersten Französischen Republik während der Französischen Revolutionskriege besetzt. Das Bistum Worms wurde 1801 säkularisiert und die Stadt wurde in das Erste Keiserreich eingegliedert. Im Jahr 1815 überging Worms zum Großherzogtum Hessen in Übereinstimmung mit dem Wiener Kongress und anschließend wurde innerhalb von Rheinhessen verwaltet.

Nach der Ardennenoffensive (Battle of the Bulge) kamen verbündete Armeen in das Rheinland voran, in Vorbereitung für einen geplanten massiven Angriff über den Rhein in das Herz des Reiches. Worms war eine stärke deutsche Position im südlichen Rheinland am Westufer des Rheins und die deutschen Truppen dort hartnäckig dem alliierten Vormarsch widerstanden. Deshalb wurde Worms in den letzten Monaten des Zweiten Weltkrieges von der Royal Air Force schwer bombardiert - in zwei Attacken am 21. Februar und 18. März 1945. Eine Nachkriegsumfrage zeigte, dass 39 Prozent der bebauten Stadtfläche kaputt gemacht waren. Das Ziel des RAF-Angriffs am 21. Februar waren der Hauptbahnhof - am Rande der Innenstadt, und die chemischen Anlagen südwestlich der Innenstadt. Der Angriff zerstörte jedoch auch große Teile des Stadtzentrums. Der Luftangriff wurde von 334 Bombern durchgeführt, die innerhalb weniger Minuten 1100 Tonnen Bomben über der Innenstadt abwarfen. Der Wormser Dom war unter den Gebäuden, die in der resultierenden Feuersbrunst niedergebrannt wurden. Die Amerikaner kamen in die Stadt erst nach dem Übergang des Rheins herein – nach der Einnahme der Brücke von Remagen.  

Bei den Angriffen wurden 239 Einwohner getötet und 35.000 (60 Prozent der Gesamtbevölkerung von 58.000) wurden obdachlos. Insgesamt 6490 Gebäude wurden schwer beschädigt oder zerstört. Nach dem Krieg wurde die Innenstadt in größtenteils modernem Stil wieder aufgebaut. In der Nachkriegszeit wurde Worms ein Teil des neuen Landes Rheinland-Pfalz; die Gemeinde Rosengarten am östlichen Ufer des Rheins trat  dem Hessen bei.

Worms wetteifert heute heftig mit den Städten Trier und Köln um den Titel "älteste Stadt in Deutschland." Worms ist das einzige deutsche Mitglied des Ältesten europäischen Städte-Netzwerks. Ein Multimedia-Nibelungenmuseum wurde im Jahr 2001 eröffnet und ein jährliches Festival, direkt vor dem Dom - die Kathedrale von Worms, versucht, die Atmosphäre der vorchristlichen Zeit wieder zu erlangen.

Created by: StudioKA3.com | WebArtGraphic.com CMS: FlexCont
Back To Top